Als
Beispiel, wie eine Operation bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen
abläuft, hier ein Referat von Frau Dr. Krege aus dem Mai
2002. Damals arbeitete sie an der Uni-Klinik Essen, heute ist
sie im Krankenhaus Maria-Hilf in Krefeld tätig.
Ich
habe Frau Dr. Krege persönlich kennen und schätzen
gelernt, dennoch ist diese Darstellung bitte nicht als
Werbung für
sie zu verstehen. Es gibt eine Reihe guter Chirurgen, aber
auch die Bedingungen in der jeweiligen Klinik sind bei einer
Entscheidung für eine Operation mit einzubeziehen.
Die
Liste der mir bekannten Adressen findet sich hier,
darunter gibt es allerdings nur einige wenige, die ich nach
meinem Wissensstand in die engere Wahl nehmen würde.
Wer möchte,
kann mich dazu gerne fragen, ein öffentliches Statement
an dieser Stelle erscheint mir unangemessen.
Ein aktueller Hinweis von Frau Dr. Krege
Zur Zeit verbreitet sich das Gerücht, ich würde nicht mehr selbst operieren. Das stimmt absolut nicht. Ich habe im letzten Jahr an das Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld als Chefärztin der Urologie gewechselt. Ich operiere hier wie gehabt 4 erste Sitzungen pro Monat. Allerdings habe ich meine Oberärztin auch angelernt, Schritt für Schritt, wie ich es auch in Essen mit 2 Kollegen gemacht habe. Man muß die Dinge ja auch weitergeben, bzw. muß jemand handeln können, wenn ich mal nicht da bin. Dennoch bin ich auch bei diesen Operationen, die die Oberärztin macht, bisher stets dabei. Einen großen Teil der Operationen mache ich selbst, u. a. bei ausdrücklichem Wunsch.
Nun
also zum Referat von Frau Dr. Krege:
"Geschlechtsangleichende"
Operation von Mann zu Frau
Frau
Dr. Krege ist Oberärztin in der Urologischen Klinik
der Uni-Klinik Essen. Von 1995 bis 2002 hat sie 102 geschlechtsangleichende
Operationen von Mann zu Frau durchgeführt.
Die
Voraussetzungen für eine Operation:
Vorgelegt werden sollen von Patienten, die Ihre Kostenzusage
über den MDK-Nordrhein beantragen, die ausführlichen
Gutachten zur Vornamensänderung und die Kostenzusage der
Krankenkasse. Vom MDK-Nordrhein sind zusätzlich die beiden
Gutachten für die OP-Indikation veranlaßt worden.
Ist ein anderer MDK zuständig, muß das Vorhandensein
der Gutachten für die OP-Indikation belegt werden (z.B.
Kopien dieser Gutachten). Die Gutachten für die OP-Indikation
sind gleichzeitig für die Beantragung der Personenstands-änderung
erforderlich. Außerdem wird hierzu von mir nach der OP
eine Bescheinigung über die durch die OP verursachte dauerhafte
Fortpflanzungsunfähigkeit ausgestellt.
In Einzelfällen behalte ich mir vor, Patienten vor Aufnahme
auf die Warteliste zur OP noch einmal in unserer Psychosomatischen
Klinik bei Prof. Senf und seinem Team vorzustellen, um mich
über die korrekte Indikationsstellung rückzuversichern.
Doch in den Fällen, in denen ich das bisher getan habe,
wurde die Indikation immer bestätigt, so daß ich
Sie da beruhigen kann.
Schließt
sich gleich die Frage nach der Wartezeit an. Wir operieren zwei
Patientinnen in erster Sitzung im Monat. Dazu kommen dann zweite
Sitzungen oder einmal eine Korrektur von auswärts. Wir
haben eine relativ lange Warteliste, etwa anderthalb Jahre,
aber wir tun unser Möglichstes, die Termine gerecht zu
verteilen.
Medizinische Vorbereitungen für eine Operation:
Eine Eigenblutspende ist vorher möglich und sinnvoll, da
an recht gut durchblutetem Gewebe gearbeitet wird. Da kommt
es schon einmal zu Blutungen während der Operation. Die
Eigenblutspenden lassen sich so organisieren, daß man
möglichst wohnortnah spendet und die Konserven dann zur
Operation mitgebracht werden. Wir brauchen ca. 3-4 Tüten
Blut, so daß die Blutspende ca. vier Wochen vor der OP
begonnen werden muß. Das Eigenblut ist nur 4-5 Wochen
haltbar, deshalb kann man nicht viel früher beginnen. Manche
sagen, die Blutspenden seien heute nicht mehr so wichtig, aber
wir haben doch immer wieder Fälle, wo es sehr blutet und
wir dann froh sind, daß die Konserven da sind.
Die
Patientinnen werden zwei Tage vor der Operation aufgenommen.
Als Schutzmaßnahme erfolgt eine gründliche Darmreinigung.
Das ist zwar etwas unangenehm, aber wenn es bei der OP einmal
im Darm-Bereich eine Komplikation gibt, läßt sich
diese dann besser versorgen.
Die Operation:
Die Ausgangslagerung: mit gespreizten Beinen. Geschnitten wird
vom mittleren Scrotum über den Dammbereich bis kurz vor
den Anus. Anders als bei anderen Methoden wird nicht im Bereich
der Mons pubis Region geschnitten, um die Versorgung der Penis-Schafthaut
nicht zu gefährden. Dann werden Hoden und Samenstränge
bis zum äußeren Leistenring verfolgt und dort abgesetzt.

Hier ist noch der Hoden mit dem Samenstrang zu sehen. Letzterer
wird bis zum Ansatz am äußeren Leistenring verfolgt
und dort abgesetzt. Damit möglichst kein Bruch entsteht,
wird der äußere Leistenring bei dieser Gelegenheit
verschlossen, und dies auf beiden Seiten.